Ein Balkon wertet ein Haus nicht nur optisch, sondern häufig auch im Marktwert deutlich auf, besonders wenn er elegant und freitragend wirkt. Ein Kragarmbalkon gehört zu den freischwebenden Varianten, die ohne sichtbares Stützsystem auskommen und besonders bei Neubauprojekten eine geradlinige, moderne Architektur ermöglichen. Im Kern handelt es sich bei dieser Balkonart um eine auskragende Verlängerung der Geschossdecke, die biegesteif mit der tragenden Gebäudekonstruktion verbunden ist. Aus diesem Grund sind eine sorgfältige statische Berechnung sowie eine fachgerecht ausgeführte Umsetzung unabdingbar. Wer sich für einen Kragarmbalkon entscheidet, sollte vorab mit Aufbau, Funktion und Materialien vertraut sein, ebenso mit typischen Problemstellungen und den zu erwartenden Kosten für ein solches Bauprojekt.
- Was ist ein Kragarmbalkon?
- Welche Kragarmbalkonarten gibt es?
- Wie ist ein Kragarmbalkon aufgebaut?
- Welche Vorteile und Nachteile hat ein Kragarmbalkon?
- Kann ich einen Kragarmbalkon auch nachträglich anbauen?
- Welche Materialien werden beim Kragarmbalkon verwendet?
- Welche Balkonplatten gibt es beim Kragarmbalkon?
- Welche Befestigungsarten gibt es beim Kragarmbalkon?
- Welche Geländerarten werden bei Kragarmbalkonen eingesetzt?
- Was ist während der Montage und Nutzung eines Kragarmbalkons wichtig?
- Welche Rolle spielen Wärmebrücken beim Kragarmbalkon?
- Welche Abdichtung ist beim Kragarmbalkon notwendig?
- Wie wird die Entwässerung beim Kragarmbalkon gelöst?
- Welche Vorschriften und Normen gelten für Kragarmbalkone?
- Ist ein Kragarmbalkon genehmigungspflichtig?
- Was kostet ein Kragarmbalkon?
- Welche Faktoren beeinflussen die Kosten eines Kragarmbalkons?
- Was kosten Planung und Baugenehmigung für einen Kragarmbalkon?
- Was kostet die Montage eines Kragarmbalkons?
- Wie unterscheiden sich die Kosten im Neubau und bei Nachrüstung?
- Diese 5 Dinge sollten Sie beachten
- Fazit
- Kragarmbalkon: Häufig gestellte Fragen
- Quelle
Alles auf einen Blick:
- Der Kragarmbalkon wird als schwebende oder auch selbsttragende Balkonkonstruktion bezeichnet, da er keine Stützen besitzt und aus dem Gebäude herausragt.
- Einen Kragarmbalkon zu bauen ist aufgrund der minimalistischen Konstruktion besonders anspruchsvoll, insbesondere in Bezug auf die Statik. Deshalb muss ein entsprechender Statiknachweis vorliegen.
- Neben einer geprüften Statik ist auch die fachgerechte Abdichtung zwischen Außen- und Innenbereich erforderlich, um Wärmebrücken zu vermeiden und einen effektiven Wärmeschutz zu gewährleisten.
- Freischwebende Balkone werden daher bevorzugt bei Neubauprojekten umgesetzt, da es einfacher ist, das Stützsystem eines solchen Balkons von Beginn an in die Gebäudestatik einzuberechnen.
Was ist ein Kragarmbalkon?
Bei einem Kragarmbalkon spricht man vom sogenannten „Auskragen“, weil die Bodenplatte ohne Stützen über die Gebäudehülle hinaus ragt und so einen selbsttragenden Balkon bildet, der lediglich an der Fassade verankert ist. Die Tragplatte des Balkons, auch Kragträger oder Kragarm genannt, ragt aus der Fassade heraus und erzeugt dadurch den Eindruck eines schwebenden Balkons. Aus diesem Grund wird diese Balkonart auch als freischwebender oder freitragender Balkon bezeichnet. Diese Bauweise ist besonders beliebt bei modernen Gebäuden, da sie eine klare Fassadengestaltung ermöglicht und darunterliegende Flächen ungestört bleiben. Außerdem lässt sich die statische Berechnung bei Neubauten einfacher anpassen als bei bestehenden Gebäuden. Kragarmbalkone kommen vor allem dann zum Einsatz, wenn Platz am Boden knapp ist oder ein minimalistisches Erscheinungsbild gewünscht wird.
Welche Kragarmbalkonarten gibt es?
Kragarmbalkone lassen sich sowohl nach verwendeten Materialien als auch nach Befestigungsart unterscheiden. Für die Konstruktion kommen hauptsächlich Stahl, Stahlbeton oder eine Kombination aus Stahl und Holz zum Einsatz. Die Befestigung erfolgt entweder über in die Decke integrierte Kragträger (auch Kragarm), Konsolen oder über Spezialanker bei nachträglichen Einbauten.
Kragarmbalkonarten nach Baumaterial
- Stahlkonstruktion mit aufliegender Platte: Stahl ermöglicht schlanke Querschnitte und hohe Spannweiten bei vergleichsweise geringem Eigengewicht. Der Kragarm kann dabei aus Beton, Naturstein, Holz oder Verbundwerkstoffen bestehen.
- Stahlbeton-Kragplatte: Stahlbeton bietet hohe Robustheit, Masse und eine gute Schallschutzwirkung. Gleichzeitig muss besonderes Augenmerk auf den Wärmeschutz gelegt werden, um Wärmebrücken zu vermeiden.
- Holz-Stahl-Mischkonstruktion: Diese Variante kombiniert beispielsweise einen auskragenden Stahlrahmen mit einer aufliegenden Platte aus Betonwerkstein, Holz oder Plattenbelägen. Sie verbindet die Vorteile beider Materialien in Bezug auf Stabilität und Optik.
- Holzkonstruktion: Vollholz-Kragarmbalkone sind seltener, werden aber in modernen Holzbauprojekten eingesetzt. Hierbei ist eine sorgfältige Behandlung gegen Feuchtigkeit und eine präzise statische Berechnung erforderlich.
Kragarmbalkonarten nach Montageart
- durchlaufende Stahlbeton-Kragplatte: Bei Neubauten wird der Balkon oft als durchlaufende Stahlbeton-Kragplatte direkt in die Rohdecke eingebunden. Diese Variante ermöglicht eine hohe Tragfähigkeit, eine gleichmäßige Lastabtragung und eine gute Integration in die Gebäudestatik. Eine sorgfältige Abdichtung und Wärmebrückenvermeidung ist hier besonders wichtig.
- anbetonierte Konsole: Hierbei wird eine Konsole direkt an die bestehende Decke angefügt und mit Beton übergossen, um eine stabile Verbindung herzustellen. Diese Lösung eignet sich sowohl für Neubauten als auch für nachträgliche Erweiterungen, erfordert aber präzises Arbeiten bei der Abdichtung und beim Wärmeschutz.
- aufgeschraubte Stahlkonsole: Die Stahlkonsole wird an der bestehenden Geschossdecke befestigt und bildet die Basis für die auskragende Balkonplatte. Diese Variante ist besonders bei nachträglichen Balkonen verbreitet und ermöglicht eine flexible Anpassung an unterschiedliche Gebäudesituationen. Eine thermische Trennung sollte hier ebenfalls geprüft werden, um Wärmebrücken zu vermeiden.
Welche Materialien und Bauweise sich am Schluss für ein robustes Stützsystem eignen, kann Ihnen ein Experte am besten sagen. Die anspruchsvolle Planung und Umsetzung sollten Sie daher idealerweise mit einem Fachbetrieb an Ihrer Seite durchführen, um eine sichere und langlebige Balkonkonstruktion sicherzustellen.
Wie ist ein Kragarmbalkon aufgebaut?
Das zentrale Element ist die tragende Kragplatte oder eine Konsole, die bündig mit der Geschossdecke verbunden wird. Auf dieser Tragstruktur wird eine Gefällebene hergestellt, die den Wasserabfluss gewährleistet. Darüber folgt die Abdichtungsschicht, meist aus Flüssigkunststoff oder Bahnenmaterial, die zuverlässig vor Feuchtigkeit schützt. Eine optionale Drainschicht unterstützt die Ableitung von Sickerwasser. Den oberen Abschluss bildet der Bodenbelag, der je nach Material auf Stelzlagern, Unterkonstruktionen oder im Verbundsystem verlegt wird. Ergänzt wird der Aufbau mit Randprofilen, Tropfkanten, Entwässerungseinläufen und Geländerbefestigungen.
Wie funktioniert die Lastabtragung bei einem Kragarmbalkon?
Weil ein Kragarmbalkon sich durch die fehlenden Stützen selbst trägt, muss er fest mit dem Gebäude verbunden sein. Dabei wird die Tragplatte des Balkons so in die angrenzende Decke oder Wand eingebunden, dass die Lasten auf den Balkon in das Gebäude übertragen werden. Dabei entstehen unterschiedliche Kräfte, denn im oberen Bereich zieht die Konstruktion, im unteren Bereich wird sie gedrückt. Auch seitliche Belastungen oder ungleichmäßige Gewichtsverteilung, wie es zum Beispiel der Fall ist, wenn viele Personen oder Möbel sich auf einer Seite des Balkons aufhalten, müssen die Verbindung und die angrenzende Decke sicher abfangen können. Deshalb ist es besonders wichtig, dass sowohl der Balkon selbst als auch das Gebäude an der Verbindungsstelle ausreichend stabil sind. Bei Neubauten kann dies direkt eingeplant werden. Bei bestehenden Gebäuden muss geprüft werden, ob Decke und Wand stark genug sind, um die hohen Belastungen aufzunehmen.
Welche Vorteile und Nachteile hat ein Kragarmbalkon?
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
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Kann ich einen Kragarmbalkon auch nachträglich anbauen?
Ein Kragarmbalkon kann grundsätzlich auch nachträglich angebaut werden, erfordert dabei jedoch eine besonders sorgfältige statische Berechnung. Da bei dieser Konstruktionsweise massiv in die bestehende Tragstruktur des Mauerwerks eingegriffen wird, ist der Arbeitsaufwand erheblich, was sich entsprechend in den Gesamtkosten niederschlägt. Wer einen Balkon nachträglich anbauen möchte, sollte daher im Vorfeld verschiedene Balkonsysteme gegeneinander abwägen. Ein Vorstellbalkon stellt in vielen Fällen eine sinnvolle Alternative dar, da er statisch deutlich weniger anspruchsvoll ist und sich in der Regel einfacher realisieren lässt.
Balkon nachträglich anbauen: Vorstellbalkon, Anbaubalkon oder Kragarmbalkon?
Für den nachträglichen Anbau an ein Bestandsgebäude sind Vorstellbalkone und Anbaubalkone in der Regel günstiger und bautechnisch unkomplizierter umzusetzen als ein Kragarmbalkon. Der Unterschied zwischen beiden Systemen besteht darin, dass beim Vorstellbalkon die Konstruktion vor die Fassade gesetzt und teilweise auf Konsolen abgestützt wird, während ein Anbaubalkon punktuell direkt an der Fassade befestigt wird. Im Vergleich dazu ist ein Kragarmbalkon vor allem für Neubauten optimal, da er direkt in die Gebäudestatik integriert werden muss. Für bestehende Gebäude sollte daher sorgfältig geprüft werden, ob sich ein nachträglicher Kragarmbalkon wirtschaftlich und technisch umsetzen lässt oder ob eine der alternativen Balkonarten geeigneter ist.
Welche Materialien werden beim Kragarmbalkon verwendet?
Für den Bau eines selbsttragenden Kragarmbalkons können je nach Bauelement verschiedene Materialien zum Einsatz kommen, wobei das tragende Stützsystem vor allem hohe Lasten aufnehmen und dauerhaft stabil bleiben muss. Hierfür werden Baustoffe wie feuerverzinkter Stahl sowie Beton genutzt. Wenn es um den Bodenbelag geht, stehen Eigenschaften wie Witterungsbeständigkeit, Pflege und auch Optik im Vordergrund. Beim Geländer wiederum kommt es auf Sicherheit, Design, Sichtschutz und Reinigungsfreundlichkeit an
Tragkonstruktion: Materialien im Vergleich
| Material | Tragfähigkeit | Pflege | Wetterfestigkeit |
|---|---|---|---|
| Beton |
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| Stahl |
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| Aluminium |
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Bodenbelag: Materialien im Vergleich
| Material | Optik | Pflege | Wetterfestigkeit |
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| Holz |
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| WPC |
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| Keramikplatten |
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| Betonwerkstein |
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Je nach konstruktivem Aufbau kann der Bodenbelag entweder im Verbundsystem oder auf einem Entkopplungssystem ausgeführt werden. Besonders bei freitragenden Balkonen empfiehlt sich häufig eine entkoppelte Verlegung, etwa auf Stelzlagern. Dabei liegt der Belag nicht direkt auf der Bodenplatte auf, wodurch mechanische Spannungen reduziert und die Abdichtung geschont werden. Stelzlager ermöglichen zudem einen präzisen Höhenausgleich, gleichen Unebenheiten der Bodenplatte aus und sorgen für eine sichere Gefälleführung zur Entwässerung. Da sie nur punktuell auf der Abdichtung aufliegen, wird diese weniger flächig belastet.
Geländer: Materialien im Vergleich
| Material | Optik | Pflegeaufwand | Wetterfestigkeit |
|---|---|---|---|
| Stahl |
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| Aluminium |
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| Sicherheitsglas (Handlauf und Befestigungen aus Edelstahl) |
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| HPL/Blech |
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| Holz |
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Geländer lassen sich bei allen Varianten lastabtragend in die Tragstruktur integrieren oder randbündig befestigen. Wesentlich ist, dass statische und bauphysikalische Anforderungen gemeinsam betrachtet werden.
Welche Balkonplatten gibt es beim Kragarmbalkon?
Grundsätzlich unterscheiden sich die Balkonplatten zwischen monolithischen Kragplatten aus Stahlbeton, vorgefertigten Stahlkonstruktionen mit aufliegender Platte und Verbundsystemen, die mehrere Materialien kombinieren. Unter monolithischen Kragplatten versteht man dabei durchgehend gegossene Stahlbetonplatten, die als ein Stück hergestellt werden und keine Fugen oder Verbindungen innerhalb der Tragplatte aufweisen.
- Stahlbeton-Kragplatten: Hierbei handelt es sich um die klassische Lösung beim Neubau. Die Balkonbodenplatte ist dabei direkt mit der Geschossdecke verbunden und als durchlaufende Bewehrung in die Decke eingebunden.
- Stahlplatten und Stahltragroste: Leichte Stahlkonstruktionen bieten gestalterische Freiheit und eignen sich besonders für Sanierungen und Nachrüstungen. Dabei werden Stahlprofile oder Gitterträger an die Decke oder Fassade angeschlossen. Auf diese Unterkonstruktion wird eine Bodenplatte aus Betonwerkstein, Holz oder WPC verlegt.
- Verbundlösungen: In modernen Bauprojekten kommen zunehmend Verbundplatten zum Einsatz, bei denen ein tragender Stahlrahmen mit einer dünneren Betonplatte kombiniert wird. Diese Variante nutzt die Vorteile beider Materialien.
Vor- und Nachteile der Balkonplatten
| Balkonplatten-Typ | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Stahlbetonplatte |
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| Stahltragrost/Stahlplatte |
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| Verbundlösung (Stahl plus Beton) |
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Welche Befestigungsarten gibt es beim Kragarmbalkon?
- durchlaufende Stahlbeton-Kragplatte: Diese klassische Befestigungsart wird direkt mit der Geschossdecke verbunden. Die Balkonplatte bildet dabei eine Verlängerung der Decke, bei der die Bewehrung durchläuft und so einen kraftschlüssigen Verbund herstellt.
- anbetonierte Konsole: Bei dieser Bauweise wird eine separate Betonkonsole an die Fassade angegossen oder angeschraubt. Sie überträgt die Lasten in die tragende Struktur des Gebäudes und kann sowohl im Neubau als auch bei der Sanierung eingesetzt werden.
- aufgeschraubte Stahlkonsole: Diese Befestigungsart ist besonders für nachträgliche Balkone geeignet. Vorgefertigte Stahlträger oder Ankerplatten werden an die Decke oder Wand montiert und anschließend mit dem Balkonrahmen verschraubt oder verschweißt.
- thermisch getrennte Anschlüsse (Isokorb-Systeme): Für die Wärmebrückenvermeidung kommen in der Regel diese thermisch getrennte Anschlüsse zum Einsatz. Diese bestehen aus Edelstahl-Zugstäben, Drucklagern und einem Dämmstoffkern, der den Wärmefluss minimiert.
Befestigungsarten Vor- und Nachteile
| Befestigungsart | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| durchlaufende Stahlbeton-Kragplatte |
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| anbetonierte Konsole |
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| aufgeschraubte Stahlkonsole |
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| thermisch getrennte Anschlüsse (Isokorb) |
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Für alle Befestigungsarten gilt, dass der Anschlussbereich luftdicht, wärmebrückenarm und dauerhaft gegen Feuchtigkeit geschützt sein muss.
Welche Geländerarten werden bei Kragarmbalkonen eingesetzt?
- Stabgeländer aus Stahl oder Edelstahl bestehen aus senkrechten Stäben, die in einen Handlauf und eine Bodenleiste eingefasst sind. Stahlgeländer werden in der Regel feuerverzinkt oder pulverbeschichtet, während Edelstahl rostfrei und nahezu wartungsfrei ist.
- Aluminiumgeländer werden häufig eloxiert oder pulverbeschichtet und bieten damit eine große Farbvielfalt. Aufgrund ihres geringen Gewichts sind sie auch für Nachrüstungen und Sanierungen gut geeignet. Die Oberfläche bleibt pflegeleicht, und die Montage kann sowohl als Pfostenkonstruktion als auch als Rahmengeländer erfolgen.
- Glasgeländer bestehen meist aus Verbundsicherheitsglas (VSG) oder Einscheibensicherheitsglas (ESG). Sie werden je nach Ausführung punktgehalten, in Profile geklemmt oder mit Pfosten kombiniert. Wichtig sind geprüfte Halterungen, rutschhemmende Kantenbearbeitung und ein geeigneter Spritzwasserschutz.
- Geschlossene Geländer aus HPL-Platten oder Alu-Verbundblechen bieten einen besonders hohen Wind- und Sichtschutz. Sie werden meist in Aluminium- oder Stahlrahmen gefasst und eignen sich besonders für moderne Fassaden.
- Kombinationsgeländer sind Kombinationen aus mehreren Materialien, etwa Glasfüllungen mit Edelstahlrahmen oder Holzhandläufe mit Metallpfosten. Dadurch lassen sich individuelle Designs umsetzen.
Geländerarten für Kragarmbalkon im Vergleich
| Geländerart | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Stabgeländer (Stahl/Edelstahl) |
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| Aluminiumgeländer |
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| Glasbrüstung (VSG/ESG) |
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| Paneel- oder Blechgeländer (HPL, Metall) |
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| Kombinationsgeländer |
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Ganz gleich, welche Befestigungsart Sie wählen, der Anschlussbereich sollte luftdicht, wärmebrückenarm und dauerhaft geschützt sein. Besonders bei Sanierungen empfiehlt sich eine Begutachtung durch einen Tragwerksplaner, um die bestehende Deckenkonstruktion und deren Belastbarkeit sicher beurteilen zu können.
Was ist während der Montage und Nutzung eines Kragarmbalkons wichtig?
Beim Balkonbau ist während der Montage die konsequente Einhaltung aller geltenden Bauvorschriften unerlässlich. Maßgeblich sind dabei vor allem die statische Bemessung, die fachgerechte Verankerung am Baukörper sowie die sachkundige Ausführung der Abdichtung und der Absturzsicherung (z. B. Brüstung oder Geländer). Besondere Aufmerksamkeit erfordert die Vermeidung von Wärmebrücken. Thermisch getrennte Anschlüsse oder geeignete Dämmelemente sind erforderlich, um Energieverluste, Tauwasserbildung und daraus resultierende Bauschäden dauerhaft zu verhindern. Ebenso entscheidend ist eine präzise Ausführung der Anschlüsse an die Gebäudehülle, um Feuchteschäden zu vermeiden. Während der späteren Nutzung sollte die zulässige Traglast des Balkons stets berücksichtigt werden, denn eine Überlastung durch schwere Möbel, Pflanzkübel oder bauliche Veränderungen kann die Tragstruktur beeinträchtigen. Achten Sie zudem darauf, dass die Wasserabläufe frei von Verschmutzungen sind, da es ansonsten zu Staunässe kommen kann.
Welche typischen Schäden treten bei Kragarmbalkonen auf?
| typischer Schaden | häufige Ursachen |
|---|---|
| Feuchteschäden und Durchfeuchtung der Tragplatte |
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| Betonabplatzungen und Rostfahnen |
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| Risse im Bereich der Schwelle der Balkontüren oder Aufkantung |
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| abblätternde Beschichtung/Belagsschäden |
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| Wasseransammlungen und Pfützenbildung |
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Welche Rolle spielen Wärmebrücken beim Kragarmbalkon?
Eine Wärmebrücke entsteht, wenn ein Bereich die Wärme schneller nach außen trägt, als das in den angrenzenden Bauteilen der Fall ist. Im Falle des Kragarmbalkons sind vor allem Anschlussstelle zwischen Balkonplatte und Geschossdecke betroffen. Diese Bereiche sind besonders anfällig für Tauwasser und bildet sich Feuchtigkeit, entsteht damit ein Nährboden für Schimmel, der weitere Schäden mit sich bringt. Auch Türanschlüsse, aufgehende Randbauteile (Attiken) oder Geländerbefestigungen sind potenzielle Schwachstellen. Darüber hinaus führen Wärmebrücken zu einem erhöhten Heizbedarf, was zu höheren Heizkosten führt und den Wohlfühlfaktor in Ihrem Zuhause beeinträchtigt. Besonders kritisch sind Bereiche wie Türanschlüsse, Attiken oder Geländerbefestigungen, an denen viele Materialien aufeinandertreffen und die Wärmeleitung leicht unterbrechen können. Eine fachgerechte Wärmebrückenvorbeugung ist aus diesen Grund beim Balkonbau ausschlaggebend.
Wie wird ein Kragarmbalkon wärmebrückenarm ausgeführt?
In der Praxis wird ein Kragarmbalkon häufig mit tragenden Wärmedämmelementen geplant, die speziell für auskragende Balkonplatten entwickelt wurden. Durch den Einsatz geeigneter Baustoffe und eine sorgfältige Detailplanung lässt sich die Konstruktion nicht nur wärmebrückenarm, sondern sogar weitgehend wärmebrückenfrei ausführen. Die thermische Entkopplung der Tragkonstruktion erfolgt dabei über aufeinander abgestimmte Bauteile, die jeweils spezifische statische und bauphysikalische Funktionen übernehmen. Dazu gehören unter anderem:
- Edelstahl-Zugstäbe, sogenannte Isokorb-Systeme, die die Zugkräfte aufnehmen
- Drucklager aus hochfesten Werkstoffen, die die Druckkräfte der auskragenden Bodenplatte übertragen
- flächendeckende Fassadendämmung zur Minimierung von Wärmeverlusten
- Dämmstoffkern, der den Wärmefluss zwischen Gebäude und Balkon reduziert
Im Inneren schließen Dämmpakete und dampfbremsende Schichten an, während außen Laibungsdämmungen und abdichtende Anschlüsse die Fassade schützen. Entscheidend ist, dass alle Komponenten nach Prüfzeugnissen und Herstellervorgaben montiert werden, damit Tragwirkung und Wärmeschutz optimal zusammenspielen.
Welche Abdichtung ist beim Kragarmbalkon notwendig?
Für die fachgerechte Abdichtung von Kragarmbalkonen ist unter anderem die DIN 18531 maßgeblich. Diese Norm regelt die Abdichtung genutzter Dachflächen und gilt ausdrücklich auch für Balkone, Loggien und Laubengänge. [1] Damit gelten für Balkone dieselben Anforderungen an Abdichtungssysteme, Anschlüsse und Materialwahl wie für Flachdächer. Die Abdichtung wird direkt auf der tragenden Kragplatte aufgebracht und bildet die maßgebliche wasserführende Ebene des gesamten Aufbaus. Als Abdichtungsmaterialien kommen
- Bitumenbahnen,
- Kunststoffbahnen und
- Flüssigkunststoff
zum Einsatz. Bitumen- und Kunststoffbahnen überzeugen durch ihre hohe Lebensdauer und mechanische Belastbarkeit. Flüssigkunststoff eignet sich besonders für geometrisch anspruchsvolle Bereiche wie bei Anschlüssen an Balkontüren, Geländerfüße oder Aufkantungen, da er fugenfrei und flexibel appliziert werden kann. Über der Abdichtungsebene sollte eine Drainschicht anfallende Feuchtigkeit zuverlässig ableiten. Der Oberbelag kann auf Stelzlagern oder im Verbund verlegt werden, wobei die Abdichtung stets unabhängig vom Belag beweglich bleiben muss, um thermisch bedingte Rissbildung zu verhindern. Besondere Sorgfalt erfordern zudem auch die Anschlusspunkte, wie Türschwellen und Aufkantungen, um Wärmebrücken zu vermeiden.
Wie wird die Entwässerung beim Kragarmbalkon gelöst?
Damit Ihr Balkon nicht durch stehendes Wasser beeinträchtigt wird, ist ein Gefälle von mindestens 1,5 und 2 Prozent einzuplanen. Das Wasser wird dabei entweder punktförmig zu Bodenabläufen oder linienförmig zu Rinnen geführt. Bei der Punktentwässerung liegt der Einlauf meist in der Mitte oder nahe der Fassade. Sie eignet sich besonders für kleinere Balkonflächen. Die Linienentwässerung wird häufig direkt vor Türschwellen eingebaut und verhindert, dass Wasser in den Innenraum gelangt. Beide Systeme können zusätzlich mit Drainschichten kombiniert werden, die Sickerwasser von der Abdichtungsebene ableiten.
Wie wird die Notentwässerung sichergestellt?
Die sogenannten Notüberläufe sitzen etwas höher als der Haupteinlauf und greifen erst, wenn das Wasser auf der Abdichtungsebene die Anstauhöhe überschreitet. In diesem Fall wird überschüssiges Wasser seitlich über Rohre, Speier oder Entwässerungsrinnen abgeführt. Die Notentwässerungssysteme sind dabei stets am tiefsten Punkt eigebaut.
Welche Vorschriften und Normen gelten für Kragarmbalkone?
Ein Kragarmbalkon erfordert die enge Abstimmung zwischen Statiker, Bauphysiker, Abdichtungsplaner und Architekt. Werden die genannten Normen frühzeitig berücksichtigt, lassen sich Wärmebrücken, Feuchteschäden und Nachbesserungen sicher vermeiden. Zusätzlich gilt es stets die Vorschriften der Landesbauordnung sowie das regionale Baurecht zu berücksichtigen.
Abdichtung und Feuchteschutz
- DIN 18531 (Teile 1–5) beschreibt Abdichtungen für genutzte Dachflächen, zu denen auch Balkone zählen. Enthält Vorgaben zu Materialien, Aufkantungshöhen, Gefälle und Detailausbildung.
- DIN 1986-100 legt die Planung und Ausführung der Entwässerung von Balkonen, Dächern sowie Terrassen fest und enthält auch Vorgaben für Haupt- und Notentwässerung.
- DIN EN 12056-3 ergänzt die DIN 1986-100 und beschreibt die Anforderungen an die Schwerkraftentwässerung. Sie regelt, wie Regenwasser von Balkonen und Flachdächern sicher abgeführt wird.
Tragwerk und Verkehrslasten
- DIN EN 1992 (Eurocode 2) regelt die Bemessung und Ausführung von Stahlbetontragwerken. Sie legt fest, wie die Kragplatte statisch zu berechnen und zu bewähren ist.
- DIN EN 1993 (Eurocode 3) gilt für Tragwerke aus Stahl. Sie beschreibt die Nachweise für Tragfähigkeit, Stabilität und Schwingungsverhalten bei Stahlkonstruktionen.
- DIN EN 1999 (Eurocode 9) bezieht sich auf Tragwerke aus Aluminium, die bei leichten Balkonrahmen oder Geländern häufig verwendet werden.
- DIN EN 1991 (Eurocode 1) legt die Einwirkungen auf Tragwerke fest, insbesondere Verkehrslasten, Eigengewicht, Wind- und Schneelasten, die auf Balkone einwirken können.
Wärmebrücken und Wärmeschutz
- DIN 4108 enthält die energetischen Mindestanforderungen an den Wärmeschutz von Gebäuden. Für Kragarmbalkone relevant, um Wärmeverluste und Tauwasserbildung zu vermeiden.
- DIN EN ISO 10211 regelt die Berechnung von Wärmebrücken. Sie wird bei thermisch getrennten Balkonanschlüssen eingesetzt, um den Wärmedurchgang (ψ-Wert) zu bestimmen.
- Landesbauordnungen (LBO) definieren die Mindestanforderungen an Geländer, Brüstungshöhen und Absturzsicherungen, wobei die Vorgaben von Bundesland zu Bundesland variieren. In der Regel gelten Höhen zwischen 90 und 110 Zentimetern und maximale Stababstände von 12 Zentimetern.
Schallschutz und Körperschall
- DIN 4109 regelt den Schallschutz im Hochbau. Für Kragarmbalkone relevant, wenn Körperschall über die Balkonplatte in angrenzende Räume übertragen wird. Dient der Planung von Trittschall- und Entkopplungsmaßnahmen.
Geländer, Absturzsicherung und Bauordnung
- DIN 18065 enthält sicherheitstechnische Anforderungen an Geländer, Handläufe und Treppenabsturzsicherungen. Für Balkone gilt sie sinngemäß bei ähnlicher Nutzung.
- DIN EN 1991-1-1 (Eurocode 1, Abschnitt 6) definiert die horizontalen Verkehrslasten auf Geländer und Brüstungen, die bei der statischen Berechnung berücksichtigt werden müssen.
- DIN EN ISO 1461 regelt den Korrosionsschutz durch Feuerverzinkung von Stahlbauteilen und ist wichtig für Geländerpfosten, Konsolen und andere Außenbauteile aus Stahl.
Ist ein Kragarmbalkon genehmigungspflichtig?
Ein Kragarmbalkon verändert die äußere Gestalt eines Gebäudes und wirkt sich auf dessen Statik sowie die Absturzsicherheit aus, weshalb Sie in den meisten Fällen eine entsprechende Baugenehmigung für Ihren Balkon benötigen. Welche Vorschriften konkret gelten, richtet sich nach der Landesbauordnung (LBO) des jeweiligen Bundeslandes. Zwar sehen einige Landesbauordnungen vereinfachte oder genehmigungsfreie Verfahren vor, für Kragarmbalkone greifen diese Ausnahmen jedoch in der Regel nicht. Für eine rechtssichere Balkonplanung sollten Sie daher am besten frühzeitig das zuständige Bauamt kontaktieren. Je nach Standort können zusätzliche Auflagen hinzukommen, etwa aus dem Brandschutz, aus Abstandsflächenregelungen oder aus dem Denkmalschutz. Wer in einem Mehrfamilienhaus einen Balkon anbauen möchte, benötigt darüber hinaus die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft, bevor mit den Bauarbeiten begonnen werden darf.
Was kostet ein Kragarmbalkon?
Die Kosten für einen Kragarmbalkon hängen von mehreren Faktoren ab, weshalb sie je nach Projekt unterschiedlich hoch ausfallen können. Im Durchschnitt liegen die Preise zwischen 8.000 und 12.000 Euro. Zusätzlich können Kosten für Balkongeländer mit dekorativen Elementen und hochwertige Bodenplatten die Gesamtausgaben erhöhen, sodass der Endpreis auch auf bis zu 20.000 Euro oder höher steigen kann.
Was kostet ein Kragarmbalkon pro Quadratmeter?
Der Quadratmeterpreis für einen freitragenden Balkon kann im Schnitt zwischen 1.500 und 2.000 Euro liegen.
Welche Faktoren beeinflussen die Kosten eines Kragarmbalkons?
- Bauart und Konstruktionsprinzip: freitragende Balkone sind teurer als Anbaubalkone, da Bodenplatte und Brüstung stärker statisch ausgelegt werden müssen
- Größe und Auskragung: je größer die Auskragung, desto mehr Material und Tragfähigkeit werden benötigt
- Tragmaterial: Stahl, Stahlbeton, Holz oder Mischkonstruktionen beeinflussen sowohl Preis als auch Dauerhaftigkeit
- Belagsmaterial und Oberfläche: Bodenplatten aus Beton, Naturstein, Holz oder Verbundmaterialien wirken sich direkt auf die Kosten aus
- Geländertyp und Design: hochwertige Geländer aus Edelstahl, Glas oder Aluminium erhöhen den Preis, insbesondere bei freitragenden Balkonbauweisen
- Abdichtung und Entwässerung: Qualitätsabdichtung und geeignete Abläufe sind entscheidend, um Feuchteschäden zu vermeiden
- thermische Trennung: Isokorb-Elemente verhindern Wärmebrücken, steigern jedoch die Kosten der Bodenplatte und der Brüstung
- Planung, Statik und Genehmigung: sorgfältige statische Berechnung, Bauantrag und Bauüberwachung schlagen sich in den Kosten nieder
- Montageaufwand und Baustellenlogistik: Zugang, Hebetechnik und Gerüstbedarf beeinflussen die Preisgestaltung
- regionale Preisunterschiede: Löhne, Materialpreise und lokale Vorschriften variieren und wirken sich auf die Gesamtkosten aus
- Ausstattung und Zusatzleistungen: zusätzliche Elemente wie Pflanztröge, Lichtsysteme oder spezielle Geländerbefestigungen erhöhen den Preis
Was kosten Planung und Baugenehmigung für einen Kragarmbalkon?
Die Gebühren für den Bauantrag werden von den Kommunen oder Bundesländern festgelegt und liegen in der Regel bei etwa 10 bis 20 Prozent der Gesamtkosten. Der Großteil der Kosten setzet sich aus der Vorbauplanung durch einen Architekten sowie der Berechnung und Einschätzung der Tragwerkskonstruktion durch einen Statiker zusammen.
Was kostet die Statik für einen Kragarmbalkon?
Für die prüffähige statische Berechnung eines Kragarmbalkons fallen in der Regel 500 bis 2.000 Euro an. Abgerechnet wird je nach Unternehmen entweder als Pauschale oder nach Stunden, wobei Stundensätze meist zwischen 80 und 120 Euro liegen.
Was kostet die Montage eines Kragarmbalkons?
Die Montage eines Kragarmbalkons umfasst die Befestigung der Bodenplatte, die Anbringung der Brüstung und die Integration in die Gebäudestruktur. Die Kosten liegen typischerweise zwischen 3.000 und 5.000 Euro. Sie variieren je nach Zugänglichkeit, Vorfertigungsgrad der Bodenplatte und eingesetzter Hebetechnik. Bei freitragenden Balkonen ist zudem eine präzise Ausrichtung der Bodenplatte entscheidend, um Tragfähigkeit und Stabilität zu gewährleisten.
Welche Zusatzkosten entstehen durch Gerüst, Kran oder Baustelleneinrichtung?
Zusatzkosten für Gerüst, Kran und Baustelleneinrichtung lassen sich nur schwer genau beziffern, aber in der Praxis werden jedoch meist etwa bis zu 10 Prozent der Gesamtbaukosten dafür angesetzt. Für ein Fassadengerüst fallen etwa 6 bis 12 Euro pro Quadratmeter für Aufbau und Abbau an. Professionelle Kranarbeiten kosten im Schnitt zwischen 500 und 1.000 Euro pro Tag, je nach Balkongröße und Aufwand auch mehr. Hinzu kommen gegebenenfalls Kosten für Baustellenlogistik, Materiallagerung und Absicherung.
Was kostet die Sanierung eines Kragarmbalkons?
Die Sanierungskosten hängen vom Umfang des Schadens ab. Kleinere Arbeiten, wie der Austausch von Abdichtungen oder Beschichtungen, sind vergleichsweise günstig. Betoninstandsetzungen oder die Erneuerung der Bodenplatte können deutlich teurer werden. Je nach Aufwand sollten Sie Kosten zwischen 150 und 800 Euro pro Quadratmeter einplanen. Die Kosten können bei einem Neubau sowie bei der Sanierung eines Bestandsbalkons stark variieren, daher sollten Sie am besten verschiedene Angebote einholen und diese miteinander vergleichen. So finden Sie das beste Preis-Leistungs-Verhältnis für Ihr Projekt.
Wie unterscheiden sich die Kosten im Neubau und bei Nachrüstung?
Im Neubau kann die Bodenplatte eines selbsttragenden Balkons bereits früh in die Statik und den Wärmeschutz des Gebäudes integriert werden, was die Planung effizienter macht. Aufwendige Bestandsprüfungen entfallen, und die Montage des freitragenden Balkons erfolgt parallel zu den Rohbauarbeiten. Bei Bestandsgebäuden verursacht ein nachträglicher Balkonanbau regelmäßig Zusatzaufwand. Materialprüfungen, Anpassungen an Fensterhöhen, thermisch getrennte Anschlüsse (z. B. Isokorb) sowie der Einsatz von Hebezeugen und Gerüsten erhöhen die Kosten deutlich. Die Bodenplatte, die (eingefügt) Brüstung und der gesamte freitragende Balkonbau sind hier komplexer und aufwendiger umzusetzen, weshalb sich die Preise im Vergleich zum Neubau entsprechend erhöhen.
Diese 5 Dinge sollten Sie beachten
- Ein Kragarmbalkon ohne schützende Stützen ist stärker den Elementen ausgesetzt. Prüfen Sie frühzeitig, ob zusätzliche Maßnahmen wie Windschutz oder verstärkter Korrosionsschutz notwendig sind, besonders bei West- oder Nordlagen.
- Gerade bei Kragplatten aus Stahl oder in Verbundbauweise kann Körperschall leichter übertragen werden. Trittschall-Entkopplungen oder schalldämmende Bodenaufbauten schaffen hier Abhilfe.
- In einigen Bundesländern oder Kommunen werden Maßnahmen zur energetischen Sanierung oder zur Schaffung von barrierefreiem Wohnraum gefördert, auch bei Balkonmodernisierungen. Ein Antrag vor Beginn der Baumaßnahme kann bares Geld sparen.
- Ein Kragarmbalkon kann durch seine freischwebende Form Licht nehmen oder Schatten spenden. Das hängt von der Tiefe, Ausrichtung und Jahreszeit ab. Planen Sie Balkonfläche und Belag so, dass die Belichtung angrenzender Fenster oder Aufenthaltsbereiche nicht negativ beeinflusst wird.
- Für eine fachgerechte Planung und sorgfältige Umsetzung ist die Zusammenarbeit mit einem Fachbetrieb ausschlaggebend. So können Sie sicher gehen, dass statische, bauphysikalische und normative Anforderungen zuverlässig erfüllt werden.
Fazit
Kragarmbalkone verbinden architektonische Klarheit mit hoher Alltagstauglichkeit, sofern Statik, Bauphysik und Detailplanung konsequent zusammengedacht werden. Die Balkonbauart mit unsichtbarem Stützsystem schafft mehr Bewegungsfreiheit am Boden und sorgt für eine ruhige Fassadenwirkung. Technisch entscheidend sind eine sichere Einspannung, wärmebrückenarme Anschlüsse und eine dauerhaft funktionierende Abdichtung mit Notentwässerung. Geländer, Belag und Randprofile bestimmen beim Balkonanbau Komfort, Pflegeaufwand und Erscheinungsbild. Wer geprüfte Systeme, saubere Planunterlagen und eine koordinierte Montage wählt, erhält einen langlebigen Außenraum mit kalkulierbaren Kosten.
Kragarmbalkon: Häufig gestellte Fragen
Wie groß darf ein Kragarmbalkon sein?
Die maximale Auskragung hängt von Tragmaterial, Anschlussdetail und Deckenstärke ab. Schlanke Stahlkonstruktionen erlauben oft größere Auskragungen als massive Platten, benötigen aber einen tragfähigen Anschluss. Grenzwerte ergeben sich aus dem statischen Nachweis.
Welche Geländerhöhe ist vorgeschrieben?
Die Anforderungen eines Balkonanbaus regeln die Landesbauordnungen. Häufig werden Mindesthöhen von 90 bis 110 Zentimeter gefordert, gemessen ab fertigem Boden. Die genauen Vorschriften können je nach Bundesland variieren. Zusätzlich gelten Anforderungen an Stababstände und den Verzicht auf kletterfördernde Querstreben. Ein Blick in die regionalen Vorgaben schafft Klarheit.
Wie oft sollte ein Kragarmbalkon gewartet werden?
Eine jährliche Sichtprüfung von Geländer, Wasserabläufe, Fugen und Beschichtungen ist sinnvoll, wobei Sie besonders nach Starkregen oder Frostperioden diese Bereiche kontrolieren sollten. Eine jährliche Reinigung der Rinnen und Laubfänger hält die Entwässerung zusätzlich funktionsfähig. Eine professionelle Inspektion sollte bei einem neugebauten, freitragenden Balkon alle 10 Jahre und danach alle 5 Jahre durchgeführt werden.
Quelle
[1] „Planung und Ausführung von Abdichtungen mit Flüssigkunststoffen für Dächer sowie begeh- und befahrbare Flächen nach DIN 18531 und DIN 18532“. Deutsche-bauchemie.de, deutsche-bauchemie.de/fileadmin/uploads/tx_ttproducts/datasheet/DBC_207-LF-D-2017_02.pdf. Zugegriffen 20. Februar 2026.